Danach – oder wie ich meinen ersten richtigen Marathon überstand

Nach meinem ersten Marathon in Dresden, der quasi aus dem „Kalten“ gelaufen war, nun der erste mit Vorbereitung. Ob diese vernünftig war, sei dahin gestellt und wird über das Erreichen des Zieles als richtig oder falsch gekennzeichnet.

Als Strecke wurde der Baff – Naturmarathon in Marienwerder ausgesucht. Die Strecke war dem Coach bekannt und als risikolos eingestuft.

Bild

Das Wetter sollte leider wieder mies werden, vor allem Regen und sehr böiger Wind waren angesagt. Die Strecke, die es galt, 4-mal zu laufen, führte durch den Wald und am Finowkanal vorbei. Die Bodenverhältnisse hatten für alle etwas – überwiegend fester Waldboden aber auch Passagen mit weichem Sand. Letzteres aber nur ca. 1-2 km. Auf der Strecke gab es zwei Verpflegungspunkte, einen nur mit Getränken und einen komplett. Da es sich um keine ultrapopuläre Veranstaltung handelt, fiel das Buffet auch rustikaler aus, keine Gels, Iso – Getränke und Heckmeck – Riegel, dafür Haferschleim, Eistee, Cola, Wasser, dazu Bananen, Schmalzstulle! Nutellabrot und Äpfel. Ab Runde 3 wurde Salz kredenzt. Aber es fehlte an nichts. Der Wind war anfangs heftig, wurde aber dann weniger. Einige Bäume segneten das Zeitliche, aber niemand kam meines Wissens zu schaden. Nur blöd, dass das „bisschen“ Wind wenn, dann von vorne kam.

Der Plan sah vor, in 5:30 anzulaufen und das, solange es geht, durchzulaufen um am Ende mit einer Zeit unter 4 Stunden ins Ziel zu kommen.

Die erste Runde war gut und im Plan, sagt der Coach, der, wohl um mich nicht zu beunruhigen, mir das tatsächliche Tempo verschwieg. Ein Tempo von 5:15 – 5:20 für die ersten 20 Kilometer hätte mich auch beunruhigt. Aber durch das permanente Bequatsche durch meine Laufbegleiter (Andre und Max –meinen Coach) verging die Zeit dann wie im Flug und ich achtete nicht auf die Zeit und lief einfach mit, wie auch der eine oder andere Läufer, der das Unterhaltungsprogramm zwar nicht gebucht hatte, aber gerne mitnahm.. Die zweite Runde war noch deutlich entspannt und auf ging es in die dritte Runde.

Ich hatte natürlich auch „Proviant“ in Form von Gels mit und diese ab Runde 2 immer kurz vor dem ersten Verpflegungspunkt genommen. Das hier, weil die Dinger so süß sind, das ich immer Trinken danach brauche, um den Geschmack los zu werden.

Die dritte Runde war schon etwas weniger entspannt, da hier bei Kilometer 27 das erste Mal Wadenkrämpfe anfingen. Aber dank Magnesiumtabletten von Andre und viel Salz gingen diese auch wieder weg. Die letzte Runde lief noch recht gut — am Anfang. Auf halber Strecke schob ich zusätzlich Gel ein – eher für den Kopf als für den Bauch. Nach der letzten Verpflegungsstelle war es Kampf. Krämpfe in den Waden lauerten latent unter der Oberfläche und rollten – im wahrsten Sinne des Wortes – in kürzeren Abständen an. Ziel war es zu vermeiden, dass sie richtig ins Gebälk krachen und weiter laufen, laufen, laufen. Nun war die Uhr mein bester Antrieb…und mit jedem Schritt wurde die Angst größer, das gesteckte Ziel auf den letzten 3 Kilometern zu verlieren.
Nun machte es sich bemerkbar, dass wir doch schneller angefangen haben als geplant, denn dadurch hatte ich hinten etwas Luft. Uns war von Anfang an klar, dass der Einbruch kommt, EGAL wie zügig ich, im Rahmen meiner Möglichkeiten, anfange. Das der nun recht spät kam, ist „vielleicht“ auf das Training zurückzuführen 😉

Der letzte Kilometer mit dem letzten Anstieg, den es zu erklimmen galt… ich hatte in den ersten Runden gar nicht gemerkt, dass hier ein Berg, wie für Sisyphos gedacht, aufgeschüttet worden war,  und dann noch 500 m und dann……fertig 3:55…..alles andere war egal. Ich bin durchgelaufen, ich bin lächelnd ins Ziel und ich bin unter 4 Stunden gelaufen. Es ging mir viel besser als nach Dresden! Nach viel Trinken und Glückwunsch von Max und Bedanken bei Max, dem ich viel bei der Vorbereitung und beim Lauf zu verdanken habe, ging es ans Bescheid sagen – der Frau, die diesmal leider nicht dabei wahr, aber tatkräftig Daumen drückte, dem Rest der Familie, der FB Gemeinde, die unter den Posts der Trainiererei leiden konnte, Freunden, die es echt interessierte, und der besten Community der Welt.

Danke allen die dabei waren – egal ob reell oder virtuell 

Nach dem Lauf

Schön waren die Rückmeldungen. Man macht es zwar in erster Linie für den Spaß und für sich, aber über irgendwie auch für die Anerkennung. Darüber freut sich dann doch jeder! Ein besonderen Stellenwert hatte eine Szene (ich weiß nicht wieso), die ich erlebte als ich zu Hause ankam und den Rechner aufklappte. Das Erste was ich sah war die Meldung von Google Hangouts Guido schrieb….“Thomas hat’s in 3:55 geschafft!“ Das war Besonders. Und nun fehlt nur noch das offizielle Ergebnis und die Runtastic Auswertung: 65 insgesamt und 28 in der AK 40.

Bild

Werbeanzeigen

2 Gedanken zu „Danach – oder wie ich meinen ersten richtigen Marathon überstand

  1. Klasse Leistung, klasse bewältigt und ein triumphaler Erfolg. Wenn ich einen Wunsch für meinen ersten Marathon im September haben darf dann den: so wie du es gemacht hast ins Ziel zu kommen. Toll!!! 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s